Bolivien Part II

La Paz

Von Copacabana aus sind wir also in La Paz gelandet, dem höchsten Regierungssitz der Welt. Hier merkt man schnell, dass ein Stadtplan nicht zweidimensional zu lesen ist. 2 km sehen auf dem Plan vielleicht noch wenig aus, wenn man dabei aber mit Einkaufstüten gefühlte 500 Höhenmeter überwindet, sieht das ganz etwas anders aus.

Wir hatten ingesamt fast eine Woche Zeit um zusammen mit Isa, unserer Reisebegleitung für die nächsten drei Wochen, die riesige Stadt und ihre Umgebung zu entdecken. La Paz ist so groß, so chaotisch, so dreckig, so bunt, man kann es kaum begreifen. Also schlendern wir über riesige Straßenmärkte und kaufen Obst bei alten ‘Cholitas’, den traditionell gekleideten indigenen Frauen. Sie haben die Märkte so fest in der Hand, dass es im Zentrum keinen einzigen Supermarkt gibt, der ihnen Konkurrenz machen könnte. Tag ein Tag aus sitzen sie mit ihren eleganten Bowlerhüten zwischen ihren Waren und ab und zu verkaufen sie auch mal missmutig etwas. Noch interessanter ist nur noch der Hexenmarkt, wo man für jeden Wunsch oder jedes Leiden die passende Tinktur zusammengestellt bekommt. Die getrockneten Lamaföten, die uns jedes Mal einen Schauer entlocken, werden von den Einheimischen beim Hausbau vergraben. Wir bekommen erzählt, dass es auch heute noch für große Bauprojekte größere Opfer benötigt. Angeblich verschwinden immer wieder Obdachlose noch lebend in den Baugruben. La Paz ist voller Horrormärchen. Uns wir dringend abgeraten das Gefängnis San Pedro zu besuchen, nachdem einige Touristen dort nicht wieder heraus gekommen sind. Das Gefängnis verwaltet sich selbst. Wärter gibt es nur vorne am Tor und der Rest funktioniert wie eine Stadt in der Stadt. Von Mehrbettzimmern bis zu Suites mit Bad und Bodyguard kann man alles mieten. Auch die Familien wohnen mit in den ‘Zellen’. Es gibt Märkte, Cafés , Restaurants und Geschäfte. Wir belassen es bei den Erzählungen oder lesen vielleicht noch das Buch ‘Marching Powder’ das dort spielt.



Die Uhr am Regierungsgebäude läuft tatsächlich verkehrt herum. Angeblich sollen alle Uhren im Land ausgetauscht werden. Evo Morales will so deutlich machen, dass er sich von den USA und dem Kolonialismus distanziert.


  


  
Nachdem wir über die Märkte gestreift sind, das Valle de la Luna besucht haben und mit der Seilbahn über die riesige Stadt geschwebt sind, wurde es aber Zeit für ein weiteres Event. Wir machen uns sonntags mittags auf nach El Alto – zum Cholita Wrestling.

Was dort folgt, lässt sich getrost als skurrilste Erfahrung unserer Reise beschreiben. In einer Schulsporthalle werden wir Touristen als VIPs in Plastikstühle direkt am Ring verfrachtet. Ich hätte das Spektakel ja lieber aus sicherer Entfernung von der Tribüne verfolgt…Das Ganze lässt sich am besten an den Bildern sehen…







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4 Comments

  • Reply
    Rainer Höss
    5. March 2016 at 16:26

    Ein Besuch in dem Knast wäre bestimmt interessant gewesen. Vielleicht könnte man so was auch bei uns einführen! :-)) (War nur so eine Idee!) Der Besuch bei den Wrestling-Veranstaltung war bestimmt interessant. Waren das Wrestler von der WWF? Dafür, dass das alles nur Show ist, ist es aber zum Teil auch harte arbeit. Ich wünsche euch dreien ein schönes Wochenende und noch ganz viel Spaß!!

    • Reply
      Maren
      8. March 2016 at 20:36

      Hast du auch den Teil gelesen, als wir geschrieben haben, dass nicht alle Touristen wieder aus dem knapst raus kommen? :- D
      Letztes Jahr mussten wohl zwei Touristen für mehrere 1000$ Lösegeld von der Botschaft befreit werden… Das muss dann doch nicht sein.
      Das Wrestling sah auch echt anstrengend aus!! War ein Erlebnis, aber so bald muss man das nicht mehr sehen!
      Viele Grüße in die kalte Heimat senden Maren und Fred

  • Reply
    Renate Metzger-Carl
    6. March 2016 at 15:50

    Jetzt habe ich mich auch eingeklickt und alles “nachgearbeitet”. Eure Berichte lesen sich wirklich unterhaltsam und die Bilder sind eindrucksvoll!
    Besonders Kolumbien hat mich interessiert, weil ich dort selber einmal 3 Wochen war ( vor Jahrhunderten…) Es hat mich vieles erinnert.
    Weiter tolle Erlebnisse und viele Grüße von Renate und Eberhard
    P.S. Wir sind auf die südamerikanische Küche gespannt ….

    • Reply
      Maren
      8. March 2016 at 20:34

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar :-)! Kolumbien war bis jetzt auch eines unser Favoriten! Dann müssen wir wohl bald mal einen neuen Rezepte Beitrag liefern… Wir haben noch ein paar Leckerbissen im Angebot. Jetzt müssen wir aber erst einmal Bolivien aufarbeiten, da haben wir nämlich ganz schön was erlebt :-). Also fleißig weiter lesen.
      Viele Grüße senden Fred und Maren

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