Bolivien Part IV

Death Road

Lange haben wir Hin- und Herüberlegt, ob wir die Tour machen sollen. Die abschreckenden Berichte in den Reiseführern, die von Nahtoderfahrungen berichtet haben, haben uns eher abgeschreckt. Nachdem wir aber immer mehr Reisende getroffen haben, die uns begeistert von ihrer Fahrt auf der Death Road bericht haben, stand unser Entschluss fest: Wir wagen uns auf die gefährlichsten Straße der Welt!

Kurz zur Geschichte: 
Die Straße zwischen La Cumbre und Coroico in der Nähe von La Paz war bis 2007 offiziell die gefährlichste Straße der Welt, mit durchschnittlich 26 Autos pro Jahr, die die 600m hohen Klippen herabstürzen. Seit die Ersatzstrasse in Betrieb genommen wurde, wird die Death Road nur noch von Mountainbike Fahrern und verrückten Autofahrern genutzt, da die alte Straße 15 Minuten schneller ist als die neue. Bis jetzt sind angeblich 15 Radfahrer auf der Strecke gestorben….

Jetzt fragt man sich vielleicht, wieso man so was überhaupt macht. Als wir am Abend vor der Tour mit unseren Eltern telefoniert haben, war die Reaktion mit ‘Na toll!’ noch relativ harmlos. Nachdem dann aber jeder mal gefolgert hat war die Begeisterung deutlich gesunken. Es tut uns leid wenn wir euch ihnen Schrecken eingejagt haben, aber die Berichte im Internet sind doch ganz schön überzogen. Die ganze Sache war nur halb so schlimm!

Wir haben uns für den zweitteuersten Touranbieter ‘Barracuda’ entschieden, da er uns von allen Seiten empfohlen wurde. Bei so einer Fahrt will man nicht an den Guides oder der Qualität der Mountainbikes sparen.
Früh morgens geht es los bis auf 4.700 müNN. Bei strahlendem Sonnenschein gibt es eine Einweisung bevor wir uns zum ersten Mal auf unsere Räder schwingen. Die ersten 20 km fahren wir zusammen mit verrückten Taxi- und Busfahrern auf einer asphaltierten Passstraße um uns an die Bikes zu gewöhnen. Die Landschaft ist einfach atemberaubend, aber zu lange trauen wir uns nie den Blick von der Straße schweifen zu lassen.

Endlich geht es auf die eigentliche Death Road! Nach einer weiteren Belehrung geht es los. Dies ist die einzige Straße Südamerikareise, auf der Links gefahren wird. Das heißt für uns, kommt uns Gegenverkehr entgegen müssen wir auf der nur etwa 3m breiten Straße am Abhang fahren. Da ist es schon fast von Vorteil, dass das gute Wetter inzwischen dichtem Nebel und Regen erwischen ist. So sehen wir wenigstens nicht, wie weit es neben uns runter gut. Es ist doch wirklich beruhigend, dass immer einer der Guides hinter uns und einer vor uns fährt. Vor jedem neuen Streckenabschnitt halten wir an und bekommen die kommende Strecke erklärt. Es geht vorbei an Wasserfällen, mitten durch Wasserfälle (und das direkt nachdem unser Guide meinte wir brauchen keine Regenjacke mehr), durch 40cm tiefe Flüsse, über Stock und Stein. Fred brettert vorne weg, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Ist und ich Ratten etwas langsamer hinterher. Immer mal wieder hört man von uns ein lautes ‘Igitt!’, wenn uns der Dreck mal wieder bis zum Helm spritzt.

Nach insgesamt 64 km und 3.600m Höhenunterschied kommen wir im brütend heißen Dschungel an, wo wir prompt von Moskitos überfallen werden. Das Essen kann jetzt gar nicht schnell genug auf den Tisch kommen…
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Als Fazit muss ich sagen, ich bin mir nicht sicher ob ich es noch einmal machen würde. Wir haben uns in keinem Moment unsicher gefühlt, man darf aber auch in seiner Konzentration nie nachlassen. Das ist dann der Meinung in dem Unfälle passieren. ‘Barracuda Biking’ können wir auf jeden Fall weiter empfehlen! Wir hatten trotz aller Anstrengungen einen tollen Tag. Jedoch haben wir viele Gruppen gesehen, die noch mehr Schutzausrüstung bereit gestellt haben. Im Nachhinein hätten mir ein paar Handgelenksschützer viele Schmerzen erspart.

Aber das wichtigste: Wir haben die gefährlichste Straße der Welt bezwungen und sogar ein Beweis T-Shirt 🙂

Die folgenden Bilder wurden zum Großteil von ‘Barracuda Biking’ gemacht. Auf der Strecke wäre fotografieren während dem Fahren wirklich keine gute Idee!

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2 Comments

  • Reply
    Ingrid Schmidt
    13. March 2016 at 10:43

    Bin stolz auf euch!! Auch wenn aus dem einen oder anderen Gesicht ein gewisses Maß an Skepsis erscheint, muss es doch einen Riesenspass gemacht haben. Weiter so! Kalkuliertes Risiko!
    Ingrid

    • Reply
      Maren
      13. March 2016 at 22:09

      Die Skepsis kam erst, als der Adrenalin Rush vorbei war 🙂

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