Bolivien Part V

Salar de Uyuni

Das Highlight unserer Bolivien- Reise sollte ein dreitägiger Aufenthalt in der Uyuniwüste sein. In der Tat gab es Highlights jeder Art.

Da die Stadt Uyuni selbst nicht sehenswert und überteuert sein soll, haben wir unsere Tour noch in Potosí gebucht. Überall liest man, dass man den Anbieter sehr genau aussuchen soll, da es sehr gute aber auch sehr schlechte gibt. Wir haben uns einfach die freundlichste Agentur ausgesucht und waren voller Vorfreude.

Los ging es früh zeitig in Potosi und wir wurden nach ein paar Stunden Fahrt durch tolle Wüstenlandschaften schon sehnsüchtig erwartet. Direkt ging es mit dem Pickup weiter zu einem ziemlich beeindruckenden Zugfriedhof. Vor uns standen mitten in der Wüste zahlreiche Zuggerippe in denen man herrlich herumklettern konnte. Das erinnerte uns an eine spektakuläre Filmkulisse.

Dort treffen wir auf den Rest unserer Gruppe. Darunter unglaublicherweise der Kolumbianer Umberto, den Fred und ich schon in unserer Unterkunft in Cuzco getroffen haben… Klein ist die Welt. Umberto soll uns in den nächsten Tagen nicht nur dank seiner Spanischkenntnisse noch äußerst hilfreich werden!

Weiter geht es in die eigentliche Salzwüste, die zu dieser Jahreszeit teilweise überschwemmt ist. Wo das Auge hinfällt sieht man nichts als weiße Weite und strahlend blauen Himmel. Nach einiger Zeit kommen wir bei einem ehemaligen Salzhotel an, wo besonders Maren und Isa nicht endend wollenden Spaß an den typischen ‘Perspektivbildern’ haben. Fred, der Fotograf, ist weit weniger begeistert bei der Sache. Vielleicht auch deshalb, weil er auf dem Bauch im nassen Salz herumrobben muss um die richtige Perspektive zu finden.

Nach einem kurzen Stopp in einer Geisterstadt kommen wir in unserer Unterkunft irgendwo im Nirgendwo an. In dem Salzhotel, ist alles aus …. Salz: Betten, Tische, Hocker, Wände, Fußböden… Der Service ist unschlagbar, mit den Worten ‘Sopa’ bekommen wir einen Topf Suppe vor die Nase geknallt.





  
  
  
Der nächste morgen geht Service technisch genauso los, wie der letzt Tag geendet hat. Als Umberto nach Frühstückstellern fragt, wird er in die Küche geschickt. Die anderen Gruppen kommen erst gar nicht in den Genuss und müssen vom Tisch essen.

Wieder fahren wir ewig durch karge Wüstenlandschaften auf 5.000m Höhe, vorbei an aktiven Vulkanen und verschiedene Lagunen. Bei den ersten Flamingos waren wir noch ganz aus den Häuschen, da wussten wir noch nicht, dass jede Lagune Lebensraum für unzählige Flamingos ist. Da unser Guide lediglich als Fahrer funktioniert, sind von ihm auch keine Informationen zu erwarten.







In unserer zweiten Unterkunft angekommen wird uns schnell klar, wieso wir in der Reiseagentur nur Bilder vom ersten Hotel gezeigt bekommen haben. Hier gibt es keine Dreibettzimmer… Jeweils eine Gruppe schläft zu sechst in einem Zimmer, ingesamt sind hier 10 Gruppen untergebracht. Nach Anblick der Zimmer ist uns erst mal nach Alkohol zu Mute. Das muss jetzt schnell gehen, denn um halb 10 geht das Licht aus. Für Isa und Maren gibt es eine Flasche Pisco Sour und für Fred standesgemäß eine 1l Flasche Bier. Die Stimmung ist ganz gut, wir kommen mit vielen anderen Reisenden ins Gespräch und tauschen Geschichten aus. Pünktlich um halb 10 liegen wir im Bett, schließlich müssen wir morgen um 4 Uhr aus dem Bett.

Mitten in der Nacht werden wir mehrmals von zerbrechendem Glas, lautem Geschrei und Gerangel geweckt. Was ist denn da los? Fred als unser Beschützer erkundet die Lage. Ich war mir ziemlich sicher, dass es ein paar andere Reisende beim Feiern übertrieben haben. Dem war leider nicht so. Gefeiert wurde…der Geburtstag einer der Fahrer. Um 3 Uhr morgens sind sie immer noch auf den Beinen.

Spätestens um halb 5 war allen klar: In dieser Nacht ist ganz schön was schief gelaufen. Acht von zehn Guides waren völlig betrunken, nicht auffindbar oder außer Rand und Band. Unser Fahrer war weit und breit nicht zu sehen, noch hatten wir die Hoffnung, dass es um ihn nicht ganz so übel steht. Während Fred sich auf die Suche nach den fehlenden Fahrern machte, versuchen wir uns einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Die ersten Jeeps mit den nüchterneren Fahrern setzen sich in Bewegung. Doch noch immer fehlen eine Hand voll Fahrer. Irgendwann kommt Fred nach erfolgreicher Suche zurück…Leider ist auch der Rest der Fahrer restlos betrunken. Beim Beladen der Autos kommen alle ganz schön ins Wanken. Für uns steht fest, unseren Guide lassen wir auf keinen Fall ans Steuer. Das kann der so gar nicht verstehen, immerhin kaut er ja Coca-Blätter, das hilft ja bekanntlich gegen alles. Nach langen Diskussionen sitzt er endlich auf dem Beifahrersitz und Umberto hinter dem Steuer. Den Sonnenaufgang und die weiteren Stops, die für heute geplant waren, sehen wir nur im Zeitraffer durch die Scheibe unseres Autos. Wir wollen nur noch an die Grenze. Umberto macht einen guten Job und wir schaffen es rechtzeitig zum Grenzübergang. Unser Fahrer ist sich keinerlei Schuld bewusst und verabschiedet sich herzlich von uns.

Wir sind überglücklich, als wir unseren Ausreisestempel im Pass haben…

Alles in allem war es trotzdem ein toller Ausflug, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Jetzt freuen wir uns aber auf Chile!!!


Viele Grüße senden Isa, Maren und Fred

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4 Comments

  • Reply
    Ingrid Schmidt
    13. March 2016 at 19:09

    Skurriles Erlebnis, tolle Aufnahmen. Im Übrigen: Wenn eines oder zwei oder drei eine Reise tun, dann können sie nunmal was erleben?
    Weitere und schönere Erlebnisse
    Ingrid, von anstrengenden Wandertagen in der Pfalz (2) geschafft

    • Reply
      Maren
      13. March 2016 at 22:11

      Wanderungen bekommen in unserem aktuellen Standort Valparaiso die nie ganz neue Bedeutung. Die Stadt besteht aus 25 (!!!) Hügeln!!
      Man erinnert sich nur an die schlimmen Ausflüge haben wir gehört 🙂

  • Reply
    rieckher lieselotte
    14. March 2016 at 17:42

    Hallo, hab einmal in euren reiseberichten gestoebert und da kennen wir viele orte von unserer suedamerika tour vor einigen jahren. Nur hatte ich das glueck den fahrer stets nuechtern zu erleben, denn mein mann lenkte das auto. Viele erinnerungen werden bei euren bildern wach und besonders die unterkuenfte an den tollen salares sind bei uns aehnlich gewesen. Euch eine gute weiterreise und noch viele schoene erlebnisse.
    Lieselotte rieckher beedenkirchen

    • Reply
      Maren
      15. March 2016 at 22:19

      Vielen Dank für deinen Kommentar!!
      Ja in dem Moment wären wir definitiv auch lieber selbst gefahren…Chile bietet sich sowieso dafür an!
      Das ist ja interessant, dass sich da scheinbar gar nicht so viel verändert hat in den letzten Jahren!
      Viele Grüße senden Maren und Fred

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