Brasilien Part I

Foz do Iguaçu – Iguaçufälle – Itaipúdamm 
Nach insgesamt 9 Stunden kommen wir nach einer angeblich 4 stündigen Busfahrt bei bestem Wetter in Brasilien an. Wir müssen schnell feststellen, dass wir in den letzten Monaten ganz schön viel Spanisch gelernt haben. Eigentlich überall und in jeder Situation konnten wir uns irgendwie verständigen. Das hat jetzt ein Ende. Wir kommen in unserem Hostel an und verstehen absolut gar nichts. Unser Wissen aus dem Portugiesisch Kurs ist irgendwo ganz tief vergraben. Zum Glück findet sich ein Mitarbeiter der Englisch spricht …
Beim Abendessen lassen wir uns von einer Werbung auf der ein Steak und Salat abgebildet ist in ein Restaurant locken. Wir verstehen zwar, dass es Buffet gibt, aber nicht welches. Also stehen wir vollkommen ausgehungert mit unserem Teller da und merken, dass wir bei einem Suppenbuffet gelandet sind. Das hatten wir auch noch nicht.

Am nächsten Morgen wachen wir durch den strömenden Regen auf … die Wasserfälle sind wohl zu uns gekommen. Leider haben wir keine Zeit um das schlechte Wetter auszusitzen. Wir machen uns auf den Weg zur brasilianischen Seite der Iguaçufälle. Schon von weitem hört man das Getöse der Wassermassen, trotzdem ist wohl niemand auf den Anblick vorbereitet, wenn er die letzte Kurve umrundet und die kilometerlangen Fälle zu Gesicht bekommt. Man kann bei jedem Besucher die gleiche Reaktion beobachten. Fast gleichzeitig reisen alle die Augen auf und bringen ihre Selfiesticks in Position. Immer wieder hat man neue, noch beeindruckendere Ausblicke und am Ende des Weges kommt man über Stege ganz nah heran. Während man nach unten in das ‘Teufelsloch’ schaut, ergießt sich über uns ein weiterer Wasserfall. Hier bleibt niemand trocken.

Zum Glück sind wir auch hier in der Nebensaison und es ist kaum was los. Nur die zahlreichen Nasenbären, die uns fast über die Füße laufen, finden das wohl nicht so gut, da weniger Essen abfällt. Kaum traut sich jemand ein Sandwich auszupacken, kommen sie in Scharen angerannt und der hungrige Tourist schmeißt sein Essen nicht selten vor Schreck weg.





Nachmittags besuchen wir noch den Parque do Avas, einen Vogelpark. Da direkt nach dem Eingang nur ein paar kleinere Volieren sind, erwarten wir schon eine Enttäuschung. Auf dem weiteren Rundweg kommen wir aber durch riesige Gehege, in denen die Vögel um uns fliegen. Hier begegnen wir zum ersten Mal dem knallbunten Tucan. Der Schnabel sieht wirklich aus wie aus Plastik. Am liebten würden wir einen mitnehmen. Die Scharen von Papageien stellen sich als weit weniger friedfertig heraus – was ein Lärm. Außerdem scheinen sie absichtlich möglichst nah an den Besuchern vorbei zu fliegen. Am Ende kann man dann sogar noch eine Papagei auf den Arm nehmen. Ich bin erst äußerst skeptisch und lasse Fred den Vortritt. Das bunte Kerlchen ist das ganze aber offensichtlich gewohnt und ist eher desinteressiert.



Da sich Fred am nächsten Tag mit zwei älteren Kanadiern verquatscht, beschließen wir eine Wasserfall-Pause einzulegen, dafür besuchen wir den zweitgrößten Staudamm der Welt. Der Itaipúdamm wird zusammen von Paraguay und Brasilien betrieben und ist wirklich riesig groß. Wir fahren 8km über den Damm und können die Ausmaße des Stausees doch nur erahnen. Leider geraten wir mal wieder an einen Guide, der nur glaubt Englisch sprechen zu können und wir verstehen nur Fetzen der Erklärungen.


Am letzten Tag steht die argentinische Seite der Wasserfälle an, also müssen wir noch ein letztes Mal die Grenze überqueren. Mit einem kleinen Zug geht es zu verschiedenen Rundwegen, die uns nah an die Fälle heranführen. Fast jeder hat uns erzählt, dass die argentinische Seite viel spektakulärer sei, uns hat es aber auf der brasilianischen Seite besser gefallen. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass es heute schüttet wie aus Eimern, blitzt und donnert. Das ist uns ein bisschen zu viel Wasser. Daher lehnen wir auch die Bootsfahrt bis direkt unter die Fälle dankend ab, obwohl das wahrscheinlich auch keinen Unterschied mehr gemacht hätte.



Nach einigen nassen Tagen geht unsere Reise weiter. In den letzten Tagen haben wir unsere Planung komplett umgeschmissen. Anstatt ins Pantanal fliegen wir direkt nach Rio!
Viele Grüße senden Maren und Fred

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