Brasilien Part III

Rio de Janeiro – Lappa – Santa Teresa – Copacabana – Niteroi

Nach 10 Tagen in Rio de Janeiro sitzen wir jetzt im Bus nach São Paulo. Zum ersten Mal auf unserer Reise ist es uns richtig schwer gefallen Abschied zu nehmen. Vielleicht sind wir etwas reisemüde geworden, vielleicht hätten wir aber auch einfach die besten Gastgeber der Welt in einer unglaublich tollen Stadt. Nur mit Widerwillen haben wir heute unsere Rucksäcke gepackt.
In den letzten Tagen haben wir die Stadtteile Lappa und Santa Teresa erkundet (bei strömendem Regen) und die Nationalspeise der Brasilianer getestet. Samstags wird im ganzen Land Feijoada gegessen. In einem kleinen, unglaublich vollen und unglaublich lauten Restaurant haben wir das typische Essen bestellt. Feijoada ist eine Art Bohneneintopf mit Räucherwürstchen und Fleisch. Dazu gibt es Reis, eine Art Kohl, gebackenes Maniokmehl und Orangen. Also alles in allem keine leichte Angelegenheit. Ich höre wohlweislich ein bisschen früher auf zu essen, Fred allerdings nicht. Das resultiert dann darin, dass meine Shoppinglust ungebremst ist, während er kaum noch laufen kann. Jetzt haben wir es wenigstens mal probiert…ich bräuchte es nicht jede Woche. Brasilianer vertilgen dabei auch noch beträchtliche Mengen Caipirina. Zum Mittagessen.





Zurück in unserem Apartment werden wir von dem Bruder unseres Gastgebers und Nachbar zum Grillen eingeladen. Wir versichern später zu kommen, aber nach einer Stunde kommt er noch mal und wiederholt seine Einladung. Wir erfahren, dass man in Brasilien beim ersten Mal nicht davon ausgehen kann, dass eine Einladung ernst meint ist. Wir sind jetzt aber tatsächlich eingeladen, da kann man ja auch mit nein sagen. Jetzt bekommen wir noch gleich eine Lektion im brasilianischen Barbecue. Wir stehen zu siebt plus Baby auf der Terrasse und auf dem Grill liegt ein einsames Würstchen. Vielleicht sind wir doch zu spät gekommen. Bald stellt sich heraus, dass hier immer ein Teil gegrillt, aufgeschnitten und rumgereicht wird. Dann kommt das nächste auf den Grill. So finden sich nach und nach große Mengen an Rumpsteak, Würstchen und Käsespiessen auf dem Rost wieder. Hier fängt man mittags irgendwann an zu grillen und das ganze dauert bis weit in die Nacht. Dazu gibt es (Überraschung) Caipirinas und eiskaltes, wirklich eiskaltes Bier. Bier wird nur aus dem Tiefkühlschrank getrunken, wenn es so kalt ist, dass man die Flasche kaum mehr anfassen kann. Fred ist im Fleischhimmel, als ein Rumpsteak nach dem nächsten vorbei gereicht wird. Auf einmal taucht auch noch ein 1kg schwere Stück Schweinefleisch auf, dass von den Männern liebevoll auf dem Grill hin und her gedreht wird.

Nach einem sehr verfressenen Tag zeigt sich doch tatsächlich mal die Sonne. Wir zögern nicht und machen uns auf zum Copacabana Strand. Endlich können wir ein paar stereotypische Bilder in unserem Kopf zurechtrücken. Den Strand teilen sich gefühlt ebenso viele Strandgäste wie Strandverkäufer. Auf unserem neu erworbenen Strandtuch (ich habe es eigentlich nur kurz anschauen wollen) beobachten wir das Treiben. Ich könnte den ganzen Tag zuschauen wie Kokosnüsse, Caipis, Bikinis, Shrimpspiesse, Sonnenbrillen etc an uns vorbeiziehen. So haben wir uns Rio vorgestellt.




Bevor wir gehen, müssen wir natürlich noch Oscar Niemeyer huldigen, der fast sein ganzes Leben in Rio gelebt hat und hier viele Bauwerke hinterlassen hat. Wir fahren auf die andere Seite der Bucht, nach Niteroi. Seit Wochen rede ich vom MAC Museum, vielleicht Niemeyers bekanntestes Gebäude. Jetzt schwebt das UFO vor uns und sieht mindestes so toll aus wie ich dachte. Leider gibt es nur einen Haken: es hat montags geschlossen ! Naja ein Grund mehr nochmal wieder zu kommen.


Leider hat meine Architekturbegeisterung einen Knick bekommen, denn es geht mir seit Tagen nicht gut. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich auf die Ilha Grande und damit jeglicher Zivilisation. Das kommt uns jetzt nicht gerade gelegen. Gustavo unser Gastgeber, zögert nicht lange und verschafft mir eine Stunde später einen Termin bei seinem Arzt, der sogar in den USA studiert hat und deshalb Englisch spricht. Wir kommen an, bezahlen und ich werde keine 5 Minuten später aufgerufen und bekomme eine Reisekrankheit diagnostiziert aufgrund ungewohntem Essen. Jetzt hoffen wir, dass das auch stimmt und es mir in ein paar Tagen wieder gut geht. Die Insel lassen wir wegen Dauerregen trotzdem ausfallen.

Pläne sind zum ändern da, deshalb geht es jetzt nach einem kurzen Abstecher in den botanischen Garten nach São Paulo!



Viel Grüße senden Maren und Fred

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