Chile Part I

San Pedro de Atacama – La Serena

Nach einer sehr ereignisreichen Zeit in Bolivien, haben wir mitten im Nirgendwo die Grenze nach Chile überquert. Bolivien wird uns noch einige Zeit beschäftigen und wir müssen noch viele Eindrücke verarbeiten. Das Land war für uns mit Abstand das fremdartigste und am wenigsten greifbare. Es ist das ärmste Land Südamerikas und das Land mit dem größten Anteil indigener Bevölkerung (80%). Da viele Bolivianer noch sehr traditionell leben, ist es uns sehr schwer gefallen Zugang zu den Einheimischen zu bekommen.

So kam Chile für uns erst mal als (Kultur-)Schock. Von der Wüstenstadt San Pedro de Atacama haben wir uns nicht viel erwartet. Gefunden haben wir  aber eine reizende kleine, wenn auch touristische Stadt, in der man eine ganze Weile hängen bleiben könnte. Auf einmal gab es wieder Service, Lächeln und Freundlichkeit. Leute unterhalten sich auf der Straße mit uns, man hilft mit unseren Rucksäcken und ‘vegetarisch’ ist kein Fremdwort mehr!

Erstmal genießen wir also einen Tag die Sonne und den Pool und gewöhnen uns an die happigen Preise. Von unserem Tour-Desaster erholt, wagen ihr uns wieder auf einen Ausflug. Diesmal geht es zum drittgrößten Geysirfeld der Welt. Um halb 5 geht es los, denn morgens sind die Geysire am aktivsten. Völlig verschlafen und verfroren stolpern wir zwischen den fauchenden und zischenden Fontänen herum. Besonders als die Sonne aufgeht, ist das ein atemberaubender Anblick. Wir wagen uns sogar trotz eisiger Temperaturen in einen von Geysiren gespeisten heißen Pool.


  


  
Abends geht es mal wieder in einen Nachtbus. Nach 15 Stunden und 1.200 km steigen wir aus dem Bus. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Nach etlichen Wochen sind wir wieder am Meer und vor allem auf Meeresniveau. Wir mieten ein Auto und fahren zum Reserva Nacional Pingüino de Humboldt. Auf einer Bootstour halten wir gerade nach Pinguinen und Robben Ausschau, als wir auf einmal von Delfinen umringt sind. Bestimmt 100 Tiere bieten uns eine Show. Wir werden sogar noch eine ganze Weile begleitet, ich dachte so etwas gibt’s nur im Kino! Wir sind völlig hin und weg. Da sind die Humboldt Pinguine dann noch das Tüpfelchen auf dem i!





  


Im wunderschönen Elqui-Tal, ganz in der Nähe von La Serena wird vor allem Wein angebaut. Da es hier extrem heiß ist, wachsen hier hauptsächlich Muskateller-Trauben. Diese werden hier für den allgegenwärtigen Pisco verwendet. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen und besuchen eine Pisqueria. Der Besitzer führt uns durch seine Weinberge und die Produktion und wir dürfen natürlich auch probieren … mhhh. Ich mache mir einen Spaß daraus ihn zu fragen, wo der Pisco denn herkommt. Es gibt nämlich einen Rechtsstreit zwischen Peru und Chile, der immer noch nicht beigelegt ist. Es folgt natürlich prompt eine entrüstete Erklärung: es stehe außer Frage,dass der Pisco aus Chile kommt.  Außerdem heiße hier ein Dorf Pisco und das wäre ja wohl Erklärung genug. Wir lassen mal unerwähnt, dass es das auch in Peru gibt!


  

Am nächsten Tag geben wir den Mietwagen zurück. Wir bezahlen 30€ für den Mietwagen und 200€ für den Steinschlag. Chiles Straßen sind wirklich mit Vorsicht zu genießen…

Jetzt geht es aber weiter nach Valparaiso!

Sonnige Grüße senden Fred, Isa und Maren

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