Chile Part IV

Santiago de Chile – Buchupureo – Salta del Laja – Puerto Varas
oder ‘on the road’

Kaum waren wir von den Osterinseln wieder zurück in Chile, war es schon wieder Zeit an den Flughafen zu gehen: Mein Bruder ist am Ostermontag aus Deutschland angekommen. Etwas aufgeregt standen wir am Flughafen, denn es war ja schließlich sein erster Flug, hoffentlich ging beim Umsteigen alles gut. Irgendwann kommt er dann auch tatsächlich durch die Tür. Unsere begeisterte Willkommensgrüße wehrt er jedoch schon aus der Ferne ab. Wir erkennen bald warum. Er ist in Begleitung eines Zollbeamten und verschwindet direkt wieder aus unserem Sichtfeld. Um es abzukürzen nur so viel: Jedem, der in nächster Zeit nach Chile reist, würden wir abraten Salami oder Schinken mitzubringen ohne diese zu deklarieren.
Irgendwann taucht er aber wieder auf (allerdings ohne Salami und ohne Schinken) und wir können unser nächstes Abenteuer starten.

Am nächsten Tag holen wir unser Zuhause für die nächsten drei Wochen ab.
Nachdem wir inzwischen schon mehr als eine Woche in Bussen verbracht haben, klang es so luxuriös … unser eigenes Auto.
In der Mietwagenfirma stehen wir dann endlich vor ihm. Ein riesiger Pickup. Wie der Automechaniker mir trocken mitteilt, könnte man in dem Käfig auf der Ladefläche ohne Probleme auch einen Löwen transportieren. Da passt unser Gepäck also locker rein, auch wenn Chaos vorprogrammiert ist. Nach einer kurzen Vorführung des Dachzeltes geht es los.
Wir trauen uns auf die chaotischen Straßen Santiagos. Bald lassen wir die Metropole hinter uns, ab jetzt geht es stetig in den Süden. Unser Tagesziel heißt Buchupureo und wir landen auf einem einsamen Parkplatz direkt am Meer. Jetzt heißt es schnell aufbauen, denn es wird schon dunkel. Eine Weile später liegen wir im Zelt. Hier kommt der Moment, in dem ich mich zum ersten Mal frage, wieso es auf das Auto 20% Winterrabatt gab. Der Wind bläst um unser Auto und ruckelt am Zelt. Fred stellt sich schon die Frage, ob er auch in einem Zelt ‘seekrank’ werden kann. In der ersten Nacht mache ich kein Auge zu. Viel zu nah höre ich, wie die Wellen tosend an den Strand rollen und überlege, ob sie bis zu unserem Auto kommen können.

Am nächsten morgen klettern wir gerädert aus unseren Schlafsäcken. Warm ist anders. Wenigstens können wir bei Tageslicht unsere Umgebung inspizieren. Wir haben uns einen wirklich spektakulären Platz ausgesucht. Vor uns tobt das Meer und neben uns erstreckt sich eine riesige Felsenkathedrale. Am Strand holen zwei Männer lediglich mit einer Schnur 1m lange Fische aus dem Wasser. Jetzt bin ich mir auch endgültig sicher, dass ich hier nicht schwimmen wollte. 
  
Aber wir müssen sowieso weiter. Nach einem kurzen Shopping-Stop (mehr Wärme Kleidung) fahren wir nach Salta de Laja, zu den ‘kleinen Iguazu Fällen’. Über uns türmen sich bedenklich dunkle Wolken auf. Die Frau in der Autovermietung hat uns aber versichert, dass es zu dieser Jahreszeit nicht regnet, die werden sich also schon noch verziehen. Am Ziel angekommen müssen wir feststellen, dass erstens der Ort in der Nebensaison wie ausgestorben ist und alle Campingplätze schon zu haben und dass sich zweitens die Wolken so gar nicht an die Wetterprognose halten wollen. Wir finden einen Stellplatz neben einem Kiosk, diesmal sogar mit (kalter) Dusche und kaum ist das Zelt aufgeklappt fängt es an zu regnen. Wieder liege ich wach im Schlafsack und warte nur darauf, bis mir der erste Tropfen auf die Nase fällt. Das Zelt bleibt unglaublicherweise trocken und wir haben wieder eine Nacht überstanden. Während die ersten zaghaften Sonnenstrahlen unser Heim trocknen, erkunden wir die matschigen Wasserfälle.


Die nächsten Tage meint es der Campinggott zum Glück besser mit uns. Wir fahren weiter in den Süden in die Seenlandschaft nach Villarica, wo wir den aktiven Vulkan erklimmen. In Frutillar lassen wir uns deutschen Kuchen schmecken und in Puerto Varas stehen wir bei schönstem Wetter direkt am Lago Llanquihue. Wir sind versöhnt mit unserem Campingmobil. Kaum auf dem Campingplatz angekommen erschreckt Lukas die letzten Tagesgäste, in dem er, zum See rennend, seine Klamotten von sich schmeißt und ins Wasser rennt. Da das Wasser aber auch nach 20 Metern noch immer nicht mal knietief ist, sieht das Ganze nicht so beeindruckend aus.




In den letzten Tagen haben wir einige der bekannten ‘Outdoor-Orte’ hier in der Gegend besucht. Dabei mussten wir feststellen, ob sie nun Puerto Varas, Pucón, Villarica oder Puerto Mont heißen, sie sind noch nicht mal in der Nebensaison unbedingt einen Besuch wert. Touri-Restaurants, Souvenirläden und Outdoorgeschäfte wechseln sich mit pseudo-deutschen Geschäften ab. Charmant ist anders. Dafür ist die Natur drumherum um so beeindruckender.  


Wir machen uns jetzt auf den Weg in Richtung Chiloé und in hoffentlich nicht noch kältere Gefilde. Denn trotz inzwischen heißen Duschen, macht das Aufstehen hier wirklich kein Spaß. Wie ein Erdmännchen stehe ich morgens mehrere Stunden in Richtung Sonne um mich wieder aufzuwärmen.

Bibbernde Grüße senden Maren, Lukas und Fred

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4 Comments

  • Reply
    Petra Höss
    4. April 2016 at 18:33

    Hallo Ihr 3,
    Hoffentlich wird es bei Euch wärmer. Die Jungs am Grill am Strand sehen aber trotz der Temperatur recht entspannt aus. Oder trinkt Ihr Glühwein ?
    Weiterhin eine schöne Reise und noch viel Spaß.

    • Reply
      Maren
      7. April 2016 at 12:34

      Leider wird es eher das Gegenteil von wärmer und der Schnee ist schon in Sichtweite! Die Jungs hatten natürlich Bier!! Tagsüber ging es die ganze Zeit noch.
      Viele Grüße nach Beedenkirchen!!

  • Reply
    rieckher lieselotte
    12. April 2016 at 10:41

    Hallo, habe mit Interesse Eure Reiseberichte gelesen und da wir ja das meiste kennen bin ich imGedanken mitgefahren. Selbst im Hochsommer flatterte uns teilweise unser Dachzelt um die Ohren. Wenn Ihr nach Ushuaia kommt gibt es oberhalb der Stadt einen Campingplatz mit Supersicht und einer warmen Kochstube. Druecke Euch die Daumen, dass er auf hat. Ebenso am Lago Fagnano. Bei Grenzuebertritten wurde bei uns stets nach Fruechten, Obst und Fleisch gefragt und oft kamen sie auch ans Auto um es zu checken. In Argentinien gibt es mindestens eine Veterinaergrenze. Erkundigen und nichts vorher frisch einkaufen. Noch eine schoene Reise in waermere Gefilde. Lieselotte Rieckher Beedenkirchen

    • Reply
      Maren
      14. April 2016 at 14:41

      Hallo Lieselotte! Danke für deinen Kommentar! Nachdem es aber morgens schon gefroren waren und wir weiße Wölkchen geatmet haben sind wir in Hostels ausgewichen! Wenn man noch nicht mal draußen sitzen kann macht das wirklich keinen Spaß!
      Ja wir haben jetzt auch schon mehrere Male die Grenzen überquert aber zum Glück waren die Grenzbeamten immer extrem lustlos und haben nich genauer nachgeschaut. Sonst hätten sie uns vielleicht beim Knoblauch schmuggeln erwischt 🙂

      Wir machen uns jetzt langsam wieder auf den Weg in den Norden und in hoffentlich wärmere Gefilde !
      Viele Grüße vom Ende der Welt !!

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