Cuba -Part I

Matanzas – Varadero – Cienfuegos

Cuba hat uns in kürzester Zeit gepackt und wie im Flug vergingen die ersten Tage hier. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran, dass es tatsächlich kein Internet gibt. Aber von Anfang an:

Unsere Reise startet um 6 Uhr früh im kalten Deutschland. Am Flughafen angekommen – passiert erst mal nichts. Der Flug sollte um 9:20 starten, um 12 Uhr geht es dann auch los. Grund dafür ist eine defekte  Tankanzeige und zu geringer Sauerstoffvorrat. So weit so beruhigend. Irgendwann kommen wir dann aber doch tatsächlich auf Cuba an. Bei der Einreise lerne ich gleich mal Lektion eins der Reise: antworte niemals in dieser Situation mit “si”, wenn du gefragt wirst ob du spanisch sprichst. Über mich ergeht ein unverständlicher Schwall von dem ich im Grunde nur das Wort “africa” verstehe. Ich antworte sicherheitshalber mal mit nein und darf einreisen.

Auf der Fahrt nach Matanzas erfüllen sich direkt unsere ersten Cuba-Klischees als ein 50er Jahre Oldtimer nach dem nächsten auftaucht. Auch Felix, der Besitzer unser ersten Casa particular hegt und pflegt sein Auto – damit das auch jeder weiß wird abends das Garagentor geöffnet und  Felix setzt sich nebendran.

In den Straßen Matanzas, die bei unserer Ankunft abends fast ausgestorben waren, ist am nächsten Tag ganz schön was los. Auch hier werden unsere Stereotypen bedient. Die Menschen stehen Schlange für drei Rollen Klopapier, der Toiletten-Man sitzt breit grinsend mit Zigarre im Mund vor seinem Arbeitsplatz, wir können aus unerklärlichen Gründen erst im vierten Laden Wasser kaufen und an jeder Ecke blickt Che auf uns hinab. Auch wenn es nicht viele Sehenswürdigkeiten zu besichtigen gibt, hat es uns die Atmosphäre und die verlotterte Eleganz der Stadt direkt angetan. Auch wenn uns Felix erzählt, dass in Cuba die Frauen das sagen haben (“I have to say, Darling-you-are-the-most-beautiful-woman-in-the-world-I-love-you-so-much-can-I-have-20-pesos?”), so bekommt sich die Bedienung vor lachen trotzdem kaum ein als Fred die Rechnung vom Mittagessen an mich weitergibt.

Unser Abschied aus Matanzas erfolgt nicht ohne Tränen, denn der kleine Luiz unserer Gastgeber hat uns schon ins Herz geschlossen ( vielleicht auch eher die Minions-Luftballons die wir ihm gegeben haben).

Wir merken schnell, dass hier jede Planung wieder über den Haufen geschmissen wird. Wir wollten eigentlich Varadero, die wohl touristischste Stadt Cubas meiden. Alle Überlandbusse starten aber von dort und wir müssen eine ungeplante Übernachtung einlegen. Wenn wir uns am Anfang noch gefragt haben wie das Reisen ohne Internet funktioniert geben wir uns schon bald dem cubanischen ‘way of traveling’ hin. Alles wird irgendwie, von irgendwem organisiert, weil der bestimmt irgendjemanden kennt, der zufällig auch ein casa particular in der nächsten Stadt auf unserer Route hat.

So kommen wir über Umwege nach Cienfuegos, laut Reiseführer das Paris Cubas. Auch wenn der Vergleich vielleicht etwas weit hergeholt wirkt, sind die Kolonialhäuser trotzdem beeindruckend. Eines der Casas kann man sogar besichtigen und von der wackeligen Wendeltreppe sieht man die ganze Stadt.

Jetzt wurde es aber wirklich einmal Zeit für einen Strandtag und dann geht es weiter nach Trinidad.

 

Viele Grüße ins vorweihnachtliche Deutschland !

Maren & Fred

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1 Comment

  • Reply
    Petra Höss
    13. December 2015 at 12:34

    Hallo Ihr 2,
    die erste Anfrage kam gestern schon von Simone: Gibts noch nichts neues im Blog ?
    Und heute morgen die Nachricht. Wir haben uns schon an Euren Erlebnissen und Bildern erfreut. Liebe Grüße Mama

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