food & travel – colombia

Hier kommt der von mir lange ersehnte ‘food & travel’ Beitrag. Ich hätte auch gerne schon einen Beitrag zum kubanischen Essen erstellt, aber nunja … Huhn, Bohnen und Reis kann wahrscheinlich wirklich jeder. Leider zeigen sich gerade da die Nachteile des sozialistischen Systems. Da die Kubaner Essensmarken für Grundnahrungsmittel bekommen, ist alles was davon nicht abgedeckt wird ‘Luxus’. Schon nachmittags habe ich zu meinem Café keine Milch mehr bekommen, die war rationiert und deshalb fürs Frühstück bestimmt. Auch mit einem Rezept für Krokodilfleisch könnte man wahrscheinlich zu Hause wenig Begeisterung auslösen.

Um so begeisterter waren wir als wir in Kolumbien die wahrlich überquellenden Obst- und Gemüsestände entdeckt haben. Zahlreiche Straßenverkäufer bieten zumindest interessantes Essen an und wir mussten natürlich alles ausprobieren. Selbst drei Wochen haben nicht gereicht um uns durch das unendliche Angebot an Fruchtsäften durchzutrinken und hier kommt nur eine kleine Auswahl.

Außerdem würde ich schon mehrmals nach Rezepten gefragt. Ich will auf der Reise aus jedem Land Rezepte sammeln und sie zu Hause aufschreiben. Dazu müssen sie aber natürlich getestet werden. Mit den Küchen in den Hostels ist das hier so eine Sache und es ist schwierig hier was auszuprobieren. Trotzdem kommt hier ein Rezept für ein kolumbianisches Nationalgericht. Ich freue mich über Testurteile 🙂


  


Maracujas, Lulos, Guanabas, Uvas, Mangos, Piñas, Zapotes, Moras, Tomate de arbol … werden in Kolumbien entweder mit Wasser oder mit Milch zu unglaublich leckeren und günstigen Säften verarbeitet. Für viele der Früchte gibt es gar keine englische, geschweige denn deutsche Namen. Oder sie sind sehr unvorteilhaft: Guanaba heißt auf deutsch Sauersack und der Saft ist das Nationalgetränk Kolumbiens. Zum Frühstück gibt es oft Jugo de Tomate de arbol – Baumtomatensaft, der kein bisschen nach Tomate schmeckt.


 An der Karibikküste gibt es fürchterlich klebrige Süßigkeiten mit viel Kokos.

   

Absolut überall werden Oblaten angeboten, die mit Marmelade, Karamellsoße, Schokolade und Käse (!!) gefüllt werden. Auch in die heiße Schokolade wird ein Stück Käse getunkt.


   Das Mittagessen (almuerzo) ist die günstigste Art zu essen. Für weniger als 3€ gibt es viel Fleisch. Die Qualität lässt allerdings öfter zu wünschen übrig.


Aijaco Santafereño – kolumbianische Kartoffelsuppe

Zutaten für ca. 4 Portionen:

Hier wird es schon ein bisschen schwierig, denn in Kolumbien wird die Suppe mit drei Sorten Kartoffeln zubereitet: papas criollas (sehr kleine, goldgelbe Kartoffeln, am ehesten wie die, die in Deutschland zur Spargelzeit gegessen werden), papas sabonera (außen rötlich, innen hellgelb) und papas pastusa (normale Kartoffeln eher mehlig). Außerdem wird das Ganze mit ‘Guasco’ gewürzt. Guasco gibt es auch in ganz Europa, ein Wildkraut, dass kaum verwendet wird. Es wird bei uns Franzosenkraut genannt, man kann es aber mit glatter Petersilie ersetzen. 

8 Tassen Wasser
1 kg Kartoffeln in Scheiben (250gr papas criollas, 500gr papas saboneras, 250gr papas pastusa)
ca. 800gr Hähnchenbrust
2 Maiskolben in Stücke geschnitten
2 Stangen Lauchzwiebeln fein gehackt
2 Knoblauchzehen gepresst
1/2 Bund Guasca grob gehackt
1 Stiel Koriander grob gehackt
1/2 Tasse Sahne oder Schmand
1/2 Tasse Kapern
2 Avocados

Zubereitung:
In einem Topf das Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Die Hühnerbrust, den Knoblauch, die Lauchzwiebeln, den Mais und die Kartoffeln hinzu geben und dann 45 min mit Deck köcheln lassen, bis das Huhn gut durchgegart ist. (Wenn man verschiedene Sorten Kartoffeln bekommen hat, holt man jetzt das Fleisch raus und gibt die papas pastusa hinzu und lässt die Suppe für weitere 30 min köcheln.) Hat man schon alle Kartoffeln gekocht wird die Suppe mit dem Guasca bzw. der Petersilie und dem Koriander abgeschmeckt und weitere 5 Minuten ziehen lassen. In der Zeit kann die Hühnerbrust zerteilt werden.
Zum Servieren die Suppe mit dem Huhn und dem Mais in Schalen gaben und mit etwas Sahne und Kapern anrichten. Dazu gibt es traditionell Reis und für jeden eine halbe Avocado.

Buen provecho!

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6 Comments

  • Reply
    Rainer Höss
    23. January 2016 at 16:16

    Ich stelle mich als Testesser zur Verfügung‼️‼️

    • Reply
      Maren
      23. January 2016 at 22:30

      Das musst du Mama sagen … 🙂

  • Reply
    Ingrid Schmidt
    23. January 2016 at 18:39

    Write more. Endlich kommen wir zünden wahren Genüssen Südamerikas. Erich hält schon Kochtopf und Kochlöffel parat.

    • Reply
      Maren
      23. January 2016 at 22:31

      🙂 dann sind wir schon gespannt auf vernichtende Urteile!!

  • Reply
    Karin Groser
    18. February 2016 at 11:49

    Danke fuer Deine Tipps und Infos.

    Gibt es eigentlich auch ein typisches alkoholisches Nationalgetränk in Kolumbien.
    Wir bekommen demnaechst Gaeste, da braeuchte ich Deine Hilfe…

    • Reply
      Maren
      18. February 2016 at 14:15

      Hey! Ja es gibt ein alkoholisches Getränk, das ist eine Art Zuckerrohrschnaps und heißt Aguadiente. Schmeckt ehrlich gesagt ganz schrecklich wie Ouzo oder so ähnlich. Außerdem gibt es natürlich noch jede Menge lokale Biersorten. Craft Bier ist auch in Kolumbien gerade ‘in’.
      Ich hoffe ich konnte weiter helfen!
      Viele Grüße Maren

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