Kolumbien Part III

Villa de Leyva – San Gil

Die letzten Tage haben wir in der kolumbianischen Bergwelt zugebracht. Zuerst sind wir nach Villa de Leyva, nördlich von Bogotá gefahren. Leider gab es am ersten Januar so gut wie kein Busverkehr und unsere Reise wurde etwas kompliziert. Wenn man dann aber mal im Bus sitzt bleibt einem nur die Landschaft zu bestaunen. Teilweise kommt es uns vor als würden wir durch die Alpen fahren. Der Eindruck wird aber vor allem dadurch bestärkt, dass die traditionelle Musik hier Akkordeonmusik ist. Wir könnten also auch fast in einem bayrischen Bierzelt sitzen.

Den Ort mussten wir uns dann leider mit wahren Besuchermassen teilen, da auch die Kolumbianer gerade Ferien haben. Untergekommen sind wir in der Casa Viena, bei einem Österreicher…wo soll man auch sonst hin? Villa de Leyva mit seinen Kopfsteinpflasterstrassen und -plätzen liegt sehr malerisch zwischen den Bergen und wir verstehen wieso so viele Besucher hier her kommen. Die wunderschönen Kolonialhäuser sind von Bougainvillea überwachsen und haben schöne, schattige Innenhöfe. Außerhalb des Ortes ist die Landschaft fast wüstenartig und wir werden beim Wandern von Quad- und Motorradfahrern in Staubwolken eingehüllt. Als ob wir es bestellt hätten, wurde am Abend des 1. Januars auf dem Hauptplatz ein spektakuläres Feuerwerk abgebrannt, welches seinen Höhepunkt in einer feurigen Abbildung des Dorfes hatte. Ein wunderbarer 45-minütiger Ersatz für das verpasste Feuerwerksspektakel in Bogotá.

Nach 2 Tagen geht es weiter nach San Gil. Das Taxi lässt uns im nächstgrößeren Ort raus und beim Wegfahren ruft die Fahrerin noch: “Einfach winken wenn ein Bus kommt, der hält dann wenn noch was frei ist.” Okay… Wir sollen also mitten auf der Straße einen Reisebus anhalten? Unglaublicherweise funktioniert das sogar: der Bus hält, hat noch genau zwei freie Plätze und fährt direkt nach San Gil. Die Stadt kann es zwar architektonisch nicht mit Villa de Leyva aufnehmen, aber hier fühlt sich alles etwas authentischer an. Unser Hostel ist direkt am Hauptplatz und hier gibt’s es wirklich immer was zu beobachten. Eigentlich kann man sich einen ganzen Tag auf den Platz setzen und schauen was so passiert. Saft-, Kaffee-, Eis-, Popcorn-, Los-, Sonnenbrillen-, Kleidungsverkäufer werden abends von unzähligen Grillständen abgelöst und überall ist Trubel. Da müssen wir natürlich auch mal was probieren. Fred bekommt problemlos seine Fleisch- und  Chorizospieße nur mein Maiskolben lässt auf sich warten. Irgendwann frage ich mal nach und erfahre, dass jedem ein Spieß zugewiesen wird. Ich hätte meinen also beobachten und im richtigen Moment selbst vom Grill nehmen müssen … Das hätte man ja wirklich wissen können.

Tagsüber laufen wir von Barichara (angeblich dem schönsten Dorf Kolumbiens) 9 km auf dem Camino Real nach Guane. Der Camino Real ist ein Wegesystem der Inkas, dass durch ganz Südamerika führt und mal mehr und mal weniger verfallen ist. Wir hüpfen eigentlich nur von Stein nach Stein bergab und kommen gar nicht wirklich dazu den tollen Ausblick zu bewundern.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Nachtbus nach Cartagena. Mitten in der Nacht mache ich den Fehler rauszuschauen und prompt wird sogar mir schlecht. Der Busfahrer fährt auf einer einspurigen Serpentinenstraße bergab und überholt einen LKW nach dem nächsten – bei Gegenverkehr. Will so ein entgegenkommendes Auto wirklich nicht anhalten, bleibt der Bus hupend auf der Gegenfahrbahn, wartet bis der LKW wieder vorbei ist, schert ein und probiert es gleich noch mal. Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass wir nicht lebend auf Meeresniveau ankommen werden. Wir kommen dann doch irgendwann an. Mit 2,5 Stunden Verspätung nach 17,5 Stunden Fahrtzeit.

Bald kommt also ein Cartagena- Beitrag !


  
  


  
  
    

Muchas Saludas aus der tropischen Hitze senden Maren und Fred

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