Peru Part IV

Salinas 

Gestern haben wir uns (unwissentlich) zu einem Abenteuer ins Umland Cuzcos aufgemacht. Wir wollten die Salzterrassen in der Nähe Cuzcos besuchen, wollten aber keine Tour buchen – Das können wir auch alleine!

Dafür muss aber erst mal die richtige Collectivo Station gefunden werden. Von verschiedenen Punkten in der Stadt fahren kleine Busse ins Umland ab. Los geht’s wenn der Bus voll ist. Auf diese Art kann man für umgerechnet 1€ ca. 2 Stunden Bus fahren. Lustige Begegnungen inklusive.

Irgendwann sitzen wir dann tatsächlich im richtigen Bus und fahren los. Der Vor- und gleichzeitig auch Nachteil der Collectivos ist, dass man überall ein- und aussteigen kann. Alle paar Meter hält der Bus an und man muss höllisch aufpassen wo man raus will. Zum Glück haben wir ja unseren Lonelyplanet, wir warten also auf die eingezeichnete Stadt. Irgendwann erspäht Fred aber das Ortsschild Urubamba … Wir sind an den Salinas vorbei und ganz runter ins Tal gefahren. Jetzt fragen wir auch doch mal den Fahrer um Hilfe, der nur noch mal sagt, dass wir vorbei sind, aber es gibt noch einen anderen Weg. Irgendwann hält er an, schmeißt uns raus, zeigt auf einen Weg und sagt: Rechts, links, über die Brücke, rechts und den Berg hoch.

Ok… Zum Glück sind die Peruaner ein freundliches Volk und jeder zeigt uns ungefragt den Weg. Und dann geht es wirklich den Berg hoch… Wir klettern über eine halbe Stunde bergauf, bis wir (noch in weiter Ferne) die Salzfelder sehen. Auf unserem Weg kommt uns nur eine Gruppe auf Pferden entgegen. Der Weg ist extrem steil und geröllig, ich könnte mir schöneres vorstellen, als da runter zu reiten. Das denkt sich eine Frau in der Gruppe auf und ruft Fred ein “Ich will nicht mehr!” zu.

Bei den Salinas angekommen ist der harte Aufstieg schnell vergessen. Die terrassenförmige Felder mit den trocknenden Salzkristallen sind unglaublich. Das System stammt noch von den Inkas und wird heute noch genauso verwendet. Erst beim weiterlaufen entdecken wir die ersten Arbeiter, die gerade von ihrer Mittagspause zurück kommen. Ich kann mich von den Verschiedenen farbigen Becken kaum losreißen, aber die erste unvermeidliche Touristengruppe kommt uns entgegen. Unser Zeichen zum aufbrechen. Natürlich müssen wir auch noch ein bisschen Salz kaufen. Nachdem wir gesehen haben wie mühsam das Salz gewonnen wird, habe ich fast ein schlechtes Gewissen nur 1,50€ für 1kg zu bezahlen.
Fred hat heute wieder seinen Sparstrumpf an und meint, dass wir kein Taxi brauchen, sondern bestimmt noch in den nächsten Ort laufen können. Auf seinem Navi sieht das Ganze auch ganz eben aus. Sicherheitshalber frage ich noch einen Parkplatzwächter, der brummt nur “40 minutos”. Dann laufen wir wohl mal los… Zielstrebig auf den nächsten Berg zu. Die 40 minutos erweisen sich als schönen Wanderweg, der allerdings ausschließlich Berg hoch führt. Zwei mal kommen uns Leute entgegen, die uns nur mitleidig anstarren. In Maras angekommen klärt uns ein hilfsbereiter Taxifahrer darüber auf, dass es weitere 7km bis zur Kreuzung sind, an der die Collectivos zurück fahren.

Bevor Fred reagieren kann sage ich “Vamonos” und steige ein. Unser kleiner Ausflug hat uns nebenbei eine 11km lange Wanderung beschert, bei der wir ca. 500 Höhenmeter überwunden haben. Das wäre uns bei einer Tour nicht passiert. Wenigstens eine gute Übung für Machu Picchu!

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