Peru Part VI

Machu Picchu 

… oder: ‘Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.’

Sobald wir in Cuzco ankamen’ wurden uns an jeder Ecke Touren nach Machu Picchu angeboten. Wir waren ehrlich gesagt etwas unvorbereitet und dachten, dass wir das als Tagesausflug von Cuzco aus organisieren können. Das kann man auch machen, wie wir bei der Zuggesellschaft erfahren haben, das kostet dann aber 500US$ – pro Person. Direkt zum Machu Picchu führt nämlich keine Straße und die Zugpreise sind utopisch. Es gibt aber immer eine Alternative, also probieren wir es auf die günstige Art.

Dafür fahren wir um halb 8 morgens in Cuzco los. Die Fahrt soll angeblich 5 Stunden dauern, bis nach Hydroelectrica. Zwischendurch fahren wir über Bergpässe auf über 4000 m und vor uns spielt sich ein wahres Naturkino ab. Leider sind die Straßen zur Regenzeit an vielen Stellen überspült und wir müssen ganze Flüsse durchqueren. An einer Stelle ist die Straße komplett unpassierbar und es wurde eine behelfsmäßige Brücke über die Schlucht gebaut. Diese besteht eigentlich nur aus ein paar Bohlen ohne Geländer und das Warnschild sagt ‘Max. 3 Ton’. Das schaut sich unser Fahrer kurz an und brettert drüber. Der ganze Bus hält die Luft an. Wir sitzen nämlich in einem Mercedes Sprinter, der eher 5 Tonnen wiegt. Naja, es gab aber auch keine Alternative. Nach dem Mittagessen, nach 8 Stunden und kurz vor unserem Ziel, will ich Fred gerade auf die Wasserschlacht auf der Straße aufmerksam machen. Da macht es auch schon ‘platsch’ und mehrere Ladungen Wasser finden ihren Weg durch unser Fenster. Binnen Sekunden sind wir von Kopf bis Fuß durchnässt…zum Glück kann ich das iPad gerade noch retten. Das wäre ja auch nur halb so schlimm, aber leider sind wir noch nicht in unserer Unterkunft. Von Hydroelectrica kann man für 25$ pro Person mit dem Zug nach Aguas Calientes fahren, das Dorf am Machu Picchu. Also entschließen wir uns zu laufen. Eigentlich eine ganz schöne Strecke, nur leider ist jetzt die Sonne verschwunden und in unseren nassen Klamotten ist das ganze nicht so angenehm. Nach 12 km und knappen 2 Stunden kommen wir in Aguas Calientes an. Der Ort hat sich komplett dem Tourismus verschrieben und jedes Gebäude ist entweder ein Hostel oder ein Restaurant.      

Peru in der Nebensaison zu besuchen hat viele Vorteile. Es ist überall viel weniger los, die Hostels sind günstiger und wir freuen uns den größten Massen zu entkommen. Bald wird uns allerdings klar, dass es auch einen Grund gibt wieso Nebensaison ist:

Am nächsten morgen wache ich um 5 Uhr auf und hoffe, dass das Tosen von draußen nur der reißende Fluss ist. Natürlich schüttet es aber wie aus Eimern. Noch am Tag zuvor habe ich mich über die Touristen in ihren knallbunten Regenponchos lustig gemacht und gesagt, ich würde so etwas niemals anziehen. Um 6 Uhr stehen wir im blauen Poncho in der Schlange für den Bus… Nach einer halben Stunde Fahrt stehen wir endlich vor den Toren des Inka Dorfes. Bis auf ein paar unmotivierte Lamas ist noch nicht viel los… 


 In Cuzco fanden wir es eine gute Idee zusätzlich zum Eintrittsticket noch Tickets für den Mountain Machu Picchu zu kaufen. Von dort oben soll man schließlich einen tollen Überblick über die Ruinenanlage haben. Um 7 Uhr sind wir am Eingang des Berges uns beginnen den Aufstieg. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte von denen wir in den Nebel hinab blicken. Stufe über Stufe geht es hinauf … Und das geschlagene 1,5 Stunden. Manche Stufen sind so hoch, dass sich meine Beine schlicht weigern weiter zu gehen. Andere sind so schmal, dass Fred kaum eine Fuß darauf setzen kann. Mit letzter Kraft kommen wir auf dem Gipfel an. Nach Luft schnappend sehen wir uns um – und sehen NICHTS! Wir sind mitten in einer Wolke und sehen nur Weiß. Wir sind nassgeschwitzt, nassgeregnet und es ist ***kalt. Nach über einer Stunde reißt die Wolkendecke für ca. 30 Sekunden auf und wir können in weiter Ferne die Ruinen erahnen. Etwas deprimiert machen wir uns auf den genauso anstrengenden Abstieg.
  
 Das Dorf an sich ist natürlich spektakulär anzusehen. Nach dem Regen sieht man, wie sogar das Abwassersystem immer noch funktioniert. Wir schlendern durch die verschiedenen Bereiche und sind aber ehrlich gesagt schon ziemlich platt. Für uns ist es etwas enttäuschend, dass es fast keine Informationen in der Anlage selbst gibt. Später haben wir etwas recherchiert und festgestellt, dass der Ort noch überhaupt nicht richtig erforscht wurde. Man weiß weder wieso das Dorf dort oben gebaut wird, noch wieso es verlassen wurde und der eigentliche Inka-Name der Stadt ist ebenso unbekannt. Nach einigen Stunden in den Ruinen laufen wir eine weitere Stunde bergab, zurück nach Aguas Calientes. Abends fahren wir mit dem Zug nach Ollantaytambo und fallen todmüde ins Hostel.

Am nächsten morgen ist in dem wunderschönen garten schon ein Frühstückstisch für uns gedeckt. Es gibt nur ein Problem: wir kommen kaum die Treppen runter. Über Nacht hat sich ein höllischer Muskelkater entwickelt, der auch die nächsten Tage nicht weichen wird und der dazu führt, dass wir auf höchst amüsante Weise in einem Art Hüpfschritt die Stufen runter hinken.

Fazit: Man kann Machu Picchu definitiv um einiges günstiger besuchen als zuerst befürchtet. Da das Dorf so abseits gelegen ist, bleibt es ein teurer Abstecher. Obwohl wir den Besuch nicht hätten missen wollen, war es unglaublich anstrengend und eigentlich überteuert.

Ob man in der Hauptsaison kommt und gutes Wetter , dafür aber Touristenmassen hat, oder in der Nebensaison schlechtes Wetter riskiert muss jeder selbst wissen.

Hier kommt Machu Picchu in Bildern wie es sonst wahrscheinlich eher nicht gezeigt wird.     

   
  
  

Viele erschöpfte Grüße senden euch Maren und Fred

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2 Comments

  • Reply
    Simone Ullrich
    20. February 2016 at 12:12

    Liebe Maren,
    lieber Fredi,
    ich habe mir sagen lassen ihr wartet auf Kommentare…….? Ich möchte mich beschweren! Hier im Blogg kann man ganz toll eure Reise verfolgen. Aber die wirklich interressanten Bilder/Video bekam ich von Papa Rainer! Lisa und Andi wollen auch so ein Haustier!
    Na super, vielen Dank auch.
    Ich wünsche euch weiterhin gute Reise und ganz viel Spaß. Die Berichte werden ich weiterhin aufmerksam verfolgen. Liebe Grüße aus Lorsch von den Ullrich´s

    • Reply
      Maren
      20. February 2016 at 16:38

      Hallo Simone & Ullrichs!
      Ihr braucht ein bisschen Geduld!! Papa bekommt natürlich immer die tagesaktuelleb Bilder. Das dauert immer ein bisschen bis die es auch in den Blog schaffen! Also gibt es bald auch Bilder von George. Über den würden sich eure Nachbarn aber wahrscheinlich ziemlich beschweren, denn er ist ein Brüllaffe!
      So dann mache ich mich mal an den nächsten Beitrag, damit es keine Beschwerden gibt :-).
      Viele Grüße inzwischen aus Bolivien von Maren und Fred

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