Peru Part VII

Puerto Maldonado

Während unserer Zeit in Cuzco haben wir immer wieder überlegt, wo wir als nächstes hinfahren. Manchmal ist es Fluch und Segen gleichzeitig, wenn man die Route vorher nicht wirklich geplant hat. Eigentlich wollten wir den Manú Nationalpark nördlich besuchen. Da man dort aber nicht ohne Führer reinkommt und man mehrere Nächte im Regenwald übernachten muss, hat das unser Reisebudget nicht hergegeben. Auf der Karte war aber noch eine Stadt im Dschungel eingezeichnet: Puerto Maldonado. Wir dachten, Dschungel ist Dschungel, dorthin fährt sogar ein Bus, also machen wir das.

Also tauschen wir für ein paar Tage Anden, Kälte und Höhe gegen 100% Luftfeuchtigkeit und Kakerlaken. In Puerto Maldonado haben wir eine Regenwaldlodge gebucht, die von einem Schweizer und seiner thailändischen Frau geführt wird. Schweizer Genauigkeit und thailändisches Essen hörten sich gut an.

Unsere Hütte mitten im riesigen Garten hat eine schöne Terrasse mit Hängematten, nur leider kein eigenes Bad. Hier kommt zum ersten Mal unsere Stirnlampe zum Einsatz!! Nachts durch die Wildnis zum Sanitärhaus macht keinen großen Spaß. Zum Glück haben wir die riesige Vogelspinne erst an unserem letzten Abend gesehen… Da hier in der Gegend Dengue Fieber vorkommt verstecken wir uns jede Nacht unter unserem Moskitonetz, obwohl es unerträglich heiß ist. Gleichzeitig werden die Taschenlampen aus gemacht, wir klettern unter das Netz, machen die Taschenlampen wieder an und stellen fest dass im Netz, ganz oben eine riesige Kakerlake sitzt. Na toll …

Der Regenwald hat aber auch seine positiven Seiten: auf unserem Grundstück wohnt nämlich auch noch George. Ein 8 Monate altes Brüllaffenbaby, der austestet wie gut er schon klettern kann. Vor allem Fred hat er gleich ins Herz geschlossen, da er für jeden Unsinn zu haben ist. Besonders gerne geht er mit uns zum Pool und klettert so lange, bis er müde ist. Dann setzt er sich auf Freds Schultern und lässt sich zurück zum Haus tragen. Schade, dass wir den Kleinen nicht als Reisebegleiter mitnehmen können.


An Freds Geburtstag steht ein Ausflug zum Lago Sandoval an. Zusammen mit zwei Amerikanern warten wir am Hafen auf unseren Guide, als es anfängt zu regnen. Und wie. Der Regen ist Hollywood verdächtig, ich dachte so regnet es nur in Filmen. Nach wenigen Minuten auf dem Boot sind wir trotz unserer schicken Ponchos komplett durchnässt. Gut, dass uns jetzt eine 5km Wanderung durch den Regenwald bevor steht. Ich dachte erst, die Gummistiefel wären unnötig. Nachdem ich aber zum ersten Mal bis zu den Knien im Schlamm stecke bin ich doch ganz froh. Eine Stunde lang stapfen wir über komplett matschige Wege, bis wir bei unserem Kanu ankommen. Einige andere Touristen haben Unterschlupf gesucht, unser Guide hält davon nichts, es geht direkt weiter. Bei strömendem Regen versuchen wir Tiere zu erkennen. So langsam ist die Stimmung auf dem Tiefstpunkt und es wird Zeit fürs Mittagessen. Nach dem Essen haben wir Pause und ich ärgere mich schon, nichts zum lesen mitgebracht zu haben. 2 Minuten später schlafen alle in Hängematten ein… Bei Sonnenschein geht es wieder auf den See. Jetzt lassen sich auch ein paar Tiere blicken. Wir sehen tatsächlich ein Faultier ganz oben in einem Baum, Papageien, Ibise und viele andere Vögel. Plötzlich überquert vor uns ein ganzer Clan an Totenkopfaffen den Wald, das ist wirklich ein Schauspiel. In der Ferne hören wir auch die Brüllaffen. Kilometerweit kann man ihre Schreie durch den Wald hören, das hört sich wirklich unheimlich an. Zurück an der Anlegestelle wird es schon dunkel, wir müssen aber noch die 5km zurück. Unser Guide legt ein Wahnsinns Tempo vor und wir sprinten durch den Schlamm.



 



 





Total dreckig und kaputt kommen wir wieder in der Loge an. Jetzt ist es Zeit für Thai Curry und Geburtstagstorte.

Unsere 4 Tage im Dschungel waren eine tolle Abwechslung, aber wir sind auch ganz froh wieder in kühlere, insektenfreie Gefilde zu kommen. Nur George werden wir wirklich vermissen!!

Viele Grüße senden Maren und Fred

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4 Comments

  • Reply
    Simone Ullrich
    22. February 2016 at 9:51

    Hallo Ihr zwei,
    na also geht doch mit den wichtigen Berichten!
    Fredi dir natürlich noch alles Gute zum Geburtstag!!!! (Besser spät als nie dir Maren natürlich auch)
    Und Maren:
    Den Krach gönn ich unseren Nachbarn, das wär der Spass wert!
    LG die Ullrich

    • Reply
      Maren
      26. February 2016 at 1:44

      🙂 du wirst dich noch wundern, wenn wir dir einen mitbringen!!

  • Reply
    Petra Höss
    22. February 2016 at 18:10

    Hallo Ihr 2,
    wer hat dem Titelaffe die Schleife ins Haar gebunden ? Indiana Jones ? Im kleidsamen Regenlook. Fred da fehlt uns doch noch das passende Foto von Maren dazu.
    Liebe Grüsse und gute Weiterreise
    Mama

    • Reply
      Maren
      26. February 2016 at 1:45

      Das ist der Vorteil wenn man fotografiert… Von mir gibt es keine Fotos im Regenponcho!! Die Schleife ist leider nur eine Blüte. Die hat er wahrscheinlich kurz darauf gegessen 🙂

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