Reisevorbereitungen

Vor über einem Jahr kam die Idee auf, noch einmal für längere Zeit unsere Rucksäcke zu packen. Die Reaktionen auf unsere Planung waren vorauszusehen. Von: „Südamerika ist aber gefährlich!“, über „Wie machst du das mit der Arbeit?“, „Wollt ihr nicht erst mal Geld verdienen?“, „Wie könnt ihr das denn finanzieren?“, bis zu „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ und „Das Reise-Gen hast du von mir“ (das war mein Opa) war alles dabei. Vielleicht hat ja jeder ein bisschen Recht. Vielleicht wäre es weiser hier zu bleiben…

Aber, wie Fred sagen würde: „Hätte, hätte Fahrradkette…“, wir geben uns dem Reisefieber hin und sind dann mal weg.

Das hört sich so an, als würden wir am 6. Dezember unseren Rucksack packen und am 7. Dezember in das Flugzeug steigen. Kann man bestimmt so machen. Ich eher nicht.

Wir starten unsere Planung mit den unterschiedlichsten Ideen. Wir überlegen ein Around-the-world-Ticket zu buchen. Amerika, Südamrika, Französisch Polynesien, alles ist im Rennen. Und in Australien war es ja auch wirklich toll…

Mehrmals haben wir uns im Reisebüro bei STA Travel beraten lassen und basteln uns eine maßgeschneiderte Routen zusammen die wir kurz darauf doch wieder über den Haufen werfen. Zum Glück sind wir uns in dieser Hinsicht immer erstaunlich einig und haben bald einen groben Plan. Auch wenn 6 Monate erst mal eine lange Zeit sind, wollen wir auch nicht nur von Land zu Land hüpfen. Also beschließen wir uns Südamerika vorzuknöpfen. Und zwar so richtig: Von Cuba aus soll es nach Kolumbien gehen, von dort die Westküste Südamrikas hinunter bis nach Feuerland und wieder hoch über Argentienien, Uruguay nach Brasilien. Auf uns warten Palmen, Pinguine und Pisco Sour!

Neben der Route ist natürlich noch viel mehr zu organisieren. Ich habe das Glück bei meinen Chefs mit meinen Plänen auf offene Ohren zu stossen und bekomme ein halbes Jahr Sonderurlaub.  In den letzten Monaten haben wir Kisten gepackt und immer wieder aussortiert, weggeschmissen und eingelagert. Wir sind aus Darmstadt zurück ins Ried gezogen und haben unseren Haushalt in 15 Kisten verpackt. Unsere Wohnung, wenn auch erst mal vorübergehend, aufzugeben und zurück „nach Hause“ und damit auch aus der Stadt zu ziehen ist mir bei allen Veränderungen am schwersten gefallen. Jetzt sind schon wieder 10 Wochen vergangen und man merkt, dass man sich an vieles gewöhnen kann und vor allem, dass man gar nicht so viele Sachen um sich braucht wie man denkt. In gewisser Weise ist das schon die erste Vorbreitung auf 6 Monate aus dem Rucksack leben.

Inzwischen haben wir auch endliche alle Impfungen hinter uns, alles erdenkliche an Ausrüstung gekauft, 12 Wochen portugiesisch geübt, das Schulspanisch aufgefrischt und vor allem alle Reiseberichte verschlungen –

-Wir sind bereit zur Abreise! 

 

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